Am 25. 09. 2026 im Amtsblatt von LE


Transformationskarten aus unserer Nachbarstadt

Ein Al­ma­nach war vor 200 Jahren ein Taschenbuch für das neue Jahr, das für jede Woche ein Zitat, Ge­dicht, In­for­ma­tion ent­hielt. 52 Wo­chen-Bei­trä­ge pas­sen gut zu den 52 Standard-Spiel­kar­ten! Der Tü­bin­ger Ver­le­ger Johann Fried­rich Cot­ta (1764 - 1832), an­ge­regt durch seine häu­fi­gen Ge­sprä­che mit Schil­ler und Goethe sowie durch Ein­zel­kar­ten von Dietrich Wilhelm Soltau, brachte in der Zeit von 1804 bis 1811 sechs Kar­ten­decks heraus, denen ein Be­gleit­heft (der Al­ma­nach) bei­ge­fügt war; jeder Al­ma­nach hatte ein ver­bin­den­des Thema; 1804 war dies das Drama „Die Jung­frau von Orleans“ für die Hof­kar­ten. Das Be­son­de­re war, dass die Spiel­kar­ten ge­genüber den Standard­dar­stel­lungen viel künst­le­rischer ge­stal­tet wurden; spe­ziell wur­den die Zah­len­kar­ten mit Szenen aus Li­te­ra­tur, All­tag und Fantasie aus­ge­stat­tet und die Farb­sym­bo­le wur­den in die klei­nen Ge­mäl­de integriert. Alle Spiel­kar­ten ver­wandeln sich hier­durch zu Bil­dern, wes­halb die­se Kar­ten „Ver­wand­lungs­kar­ten“ oder Trans­for­ma­tions­kar­ten ge­nannt wer­den. Die Herz-Acht wan­del­te sich z. B. zu fol­gen­dem Bild mit ein­ge­bet­te­ten Farb­sym­bo­len (DSM, Inv.Nr. 1986-103).

Foto: DSM

Die­se „Trans­for­ma­tion“ prä­gen die Cotta'schen 240 Zah­len­kar­ten aus Tü­bin­gen (40 Zahlen­kar­ten pro Jahr für 6 Jahrgänge). Sie waren Vor­bild für viele Kar­ten­decks, vor­wie­gend aus Deutsch­land und Eng­land. Ein Ver­gleich mit den heu­ti­gen Trading-Cards (Sam­mel­kar­ten wie Magic: The Gathering usw.) liegt nahe.

Kunst­hi­sto­rische Spiel­kar­ten (z. B. mit dem Thema Musik!) kön­nen Sie jeden Mitt­woch von 14 bis 17 Uhr im Schau­depot des Museums be­sich­ti­gen. Gäste­führungen zu an­de­ren Zeiten sind mög­lich. Zu­sätz­lich ist das Museum in jedem Monat dieses Jahres am ersten Sonn­tag mit Kaf­fee- und Kuchen­ver­sor­gung ge­öf­fnet, das näch­ste Mal am 4.10.2026 ab 14 Uhr. Kontakte:

www.foerderverein-spielkartenmuseum.de,

spielkartenmuseum@le-mail.de und

Tel. 0711 7560120.

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