Am 13. 03. 2026 im Amtsblatt von LE


Das Spiel „Landsknecht“

Vor 400 Jahren siegte der zum Ober­be­fehls­haber ge­kür­te Wallenstein nahe Des­sau. Seine Soldaten spiel­ten in kriegs­frei­en Tagen gerne das Kartenspiel „Lands­knecht“. Haben Sie schon einmal „Lands­knecht zu dritt“ gespielt? Im 30-jährigen Krieg war dies reine Glücksspiel recht beliebt. Ganz einfach: 52-er Blatt, einer wird zum Geber, die anderen Spieler nennen wir A und B; der Geber mischt, lässt abheben und legt vor A offen die oberste und vor B offen die zweitoberste Karte hin; zeigen beide Karten die gleiche Figur (z.B. zwei Sechser oder zwei Könige), gewinnt der Geber sofort. Anderenfalls deckt der Geber die nächsten Karten offen auf, bis eine Karte erscheint, die die gleiche Figur wie die Karte vor A oder vor B besitzt. Trifft dies auf A zu, so gewinnen beide Spieler A und B, anderenfalls gewinnt der Geber. (Primitiver geht es kaum, aber es wurden natürlich auch Varianten gespielt.) Danach Geber­wech­sel. Beispiel: Der Geber verteilte Kreuz Ass an Spieler A und Herz Dame an Spieler B. Ass und Dame sind ver­schie­den, also deckt der Geber die ver­blie­be­nen Karten der Reihe nach auf (hier: Herz 7, Pik König usw.), bis das Pik Ass erscheint als erste Karte mit gleicher Figur, in diesem Fall bzgl. Spieler A, d.h., die Spieler haben gewonnen. Wurde Geld eingesetzt, so geht dieses nun zu gleichen Teilen an die Spieler A und B:

Beispielsituation

Foto: eigene Zeichnung

Welchen Gewinn-Vorteil hat der Geber? Sind die Figuren verschieden, so ha­ben Geber und die bei­den Spieler gleiche Chan­cen; der Vorteil besteht al­so nur darin, dass die obersten beiden Karten glei­che Figuren haben, also bei einem 52-er Blatt 3/51 ≈ 5,88 %. Das lohnt sich, denn beim Roulett liegt der Gewinn-Vorteil der Bank nur bei 1/37 ≈ 2,7 %.

Auch ein Besuch im Spiel­kar­ten­mu­se­um lohnt sich! Kommen Sie jeden Mittwoch von 14 bis 17 Uhr ins Schau­depot, Schön­buch­straße 32 und/oder jeden Sonn­tag noch bis zum 29. März von 14 bis 17 Uhr ins Stadt­museum (mit Kaffee und Vortrag um 14:15), Haupt­straße 79.
Tel. 0711 7560 120

www.foerderverein-spielkartenmuseum.de,

spielkartenmuseum@le-mail.de

nächster Beitrag