Am 10. 07. 2026 im Amtsblatt von LE


Fußball auf Tarock

DSM, Inv.-NR. 1987-93

Foto: Spielkarte des DSM

Das Ende der Fußball-WM naht! In der Welt der Spiel­kar­ten, die ge­treu­lich viele Ereignisse der Mensch­heits­ge­schich­te do­ku­men­tie­ren, wur­de dieses Ereignis auf der Num­mer „10“ der Tarockkarten, dem Fortuna­rad, be­reits fest­ge­hal­ten: Vom überwältigend großen Fuß­ball an­ge­trie­ben wirbelt und rollt es - wie dies Schick­sals­räder zu tun pflegen - in an­de­re Rich­tun­gen, als es sich manche Fuß­ball­na­tion erhofft. Ob das mächtige „Runde“ immer den Weg in das „Eckige“ findet, das wie ein Fischernetz auf be­weg­tem Meer den riesigen Ball ein­fan­gen soll? Die Spieler scheinen über­for­dert zu sein und kleben un­ko­or­di­niert am Fußball, während die Schieds­rich­terin die Spieler zur Ordnung pfeift.

In 9 Tagen kurz vor Mitternacht wer­den wir erfahren, wen das Fortuna­rad nach ganz oben be­för­dert hat.

Viele Künstler haben Kartenspiele ent­worfen und ihnen eine per­sön­liche Note verliehen. Diese Tarock­kar­te X gehört zu dem Karten­deck „Tarot de l'an 2000“ aus dem Jahre 1981, das der italienische Illustrator Giuseppe Zaccaria (1930 – 1985) ge­schaf­fen hat, der auch Romane schrieb und Regie bei Filmen führte. Pino Zac war in vielerlei Hinsicht ge­wöh­nungs­be­dürf­tig, denn er war auch ein Spezialist für das Böse („il male“) und für das ständige An­ecken, so dass sich sogar die fran­zö­si­sche Satire-Zeitung „Le Canard Enchaîné“ von ihm trennte. Durch sein Kartendeck sicherte er sich einen Platz in der Welt der Spiel­kar­ten und im Archiv des Deutschen Spiel­kar­ten­museums, siehe den 1988-er Mu­se­ums­katalog „Tarot - Tarock - Tarocchi“.

Besuchen Sie das Schaudepot des DSM in der Schön­buch­straße 32 in Leinfelden, geöffnet mittwochs von 14 bis 17 Uhr; dort finden Sie Spielkarten von weiteren Künstlern (z.B. von Salvatore Dali, gleich hinter dem Eingang rechts) sowie die neue Ausstellung „Im Takt der Blätter - das Phänomen Spielkarte und die Musik“.

Kontakte: Tel. 0711 7560 120.

www.foerderverein-spielkartenmuseum.de und

 spielkartenmuseum@le-mail.de 

(V. Claus)