Am 04. 09. 2026 im Amtsblatt von LE
Glücksspiele: Seit 10.000 Jahren bereits in Amerika
Winnetou, Oberhäuptling aller Apachen, hat laut Karl May (Reisebericht „Winnetou 3“) seinen Tod durch Werfen von würfelartigen Steinen vorhergesagt. Oft war aber unklar, inwieweit die indigenen Völker Nordamerikas Würfelspiele und Zufall kannten. Nun legt eine Studie nahe (siehe American Antiquity 91, 02. April 2026, 584–618), dass Glücksspiele bei den amerikanischen Ureinwohner bereits seit 12.000 Jahren (!) ein fester Bestandteil der Kultur waren. Demnach besaßen die Menschen Nordamerikas lange vor der Bevölkerung Mesopotamiens ein „Verständnis für die probabilistische Natur des physischen Universums“.

Frühe Würfel aus Nordamerika
Foto: wiss.Veröffentlichung
Glücksspiele trugen vermutlich zum sozialen Miteinander der Völker bei, und sie haben sich bis heute erhalten (die indigenen Stämme haben bzgl. der Glücksspiele in den USA eigene Rechte, „Stammessouveränität“).
Spielkarten wurden in Amerika jedoch (nach heutigem Wissen) nicht erfunden. Dies war auch in Asien und Ägypten zunächst nicht anders, jedoch wurde im 13./14. Jahrhundert im persisch-indischen-chinesischen Großraum das Kartenspiel als Übungsfeld für Strategien und als gehobene Unterhaltung entdeckt, wohl als Ersatz für das Schachspiel. Die Europäer haben dies um 1340 aufgegriffen und intensiviert, zunächst an Fürstenhöfen und in Magistraten - und bald überall.
Zu den ersten Spielkarten zählen die Stuttgarter Karten und die Karten aus Ambras. Diese und viele andere können Sie im Schaudepot des Museums in der Schönbuchstraße 32 übermorgen, am 6.9.2026 von 14 bis 17 Uhr bewundern, einschließlich Führungen ab 14:30 Uhr sowie Kaffee und Kuchen im Vorraum! Weiterhin ist das Schaudepot an jedem Mittwoch von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Honorarpflichtige Gästeführungen zu anderen Zeiten sind möglich.
Kontakte:
www.foerderverein-spielkartenmuseum.de, spielkartenmuseum@le-mail.de und
Tel. 0711 7560 120.
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