Am 17. 07. 2026 im Amtsblatt von LE


Pique Dame

Pik Dame mit den Zahlen

Foto: Eigene Collage

Weil „Haus und Hof“ verspielt wur­den und zugleich Spielsucht zu chao­tischen Zu­stän­den führte, wur­de manches Kar­ten­spiel vor 550 Jahren verteufelt und gerne auch verbrannt. Dies galt vor allem für Kartenspiele, die fast nur auf Glück be­ruh­ten und die heutzutage vor allem in Casinos ihr Unwesen treiben.

Kennen Sie das Kartenspiel Pharo? Dies ist ein Glücksspiel mit Po­ker­kar­ten, bei dem die Farben keine Rolle spielen. Es ist an Ideenlosigkeit kaum zu überbieten. Aber es war im 18. und 19. Jahrhundert weltweit be­liebt und hat in Western-Filmen oft entscheidende Szenen un­ter­malt. Ein dem Pharo ähnliches Spiel war „Landsknecht“, siehe unseren Bei­trag im Amtsblatt vom 13.3.2026.

In Puschkins Novelle „Pique Dame“ und Tschaikowskys gleichnamiger Oper spielt Pharo die Hauptrolle (trotz Hermann und Lisa). Der Offizier Hermann erweist sich aus grenzenloser Gewinnsucht als spiel­süch­tig, der vom Geist einer soeben verstorbenen Gräfin das Geheimnis der drei Karten erlangt, mit denen jedes Pharo-Spiel gewonnen wer­den kann. Er gewinnt auch große Summen durch Einsatz der Zah­len­kar­te „3“ und danach der Zah­len­kar­te „7“. Anschließend ist das „Ass“ der Millionen-Gewinn, aber Her­mann setzt wider besseres Wissen aus Versehen auf die „Pik Dame“ (der Geist der Gräfin lacht höhnisch), verliert alles und bringt sich um.

Welche Suchtgefahren auf Kar­ten­spie­ler(inne)n warten können, lässt sich in „Der Spieler“ (F. M. Dos­to­jew­ski) oder in „Spie­ler-Glück“ (E. T. A. Hoffmann) nach­lesen. Solche „Dys­funk­tio­nen“ können Ihnen im Deut­schen Spiel­kar­ten­mu­se­um aber nicht passieren! Das Museum wird zwar laut Beschluss des Ge­mein­de­rats zum Jah­res­en­de aufgelöst, doch bis es so weit ist, sollten Sie un­be­dingt die Schätze im Schau­de­pot des DSM in der Schön­buch­straße 32 in Leinfelden be­su­chen, geöffnet mittwochs von 14 bis 17 Uhr sowie mit Führung, Vortrag und Kuchen auch am Sonntag, dem 2.8.2026 von 14 bis 17 Uhr.

Kontakte: Tel. 0711 7560 120.

www.foerderverein-spielkartenmuseum.de und

 spielkartenmuseum@le-mail.de 

(V. Claus)

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