Am 12. 06. 2026 im Amtsblatt von LE
Spielkartensteuer
Alle Kommunen leiden unter Geldnot, oft nach der Devise: „Irgendwer ganz oben“ beschließt etwas und zahlen müssen wir Bürger und unsere Kommunen. Aber wie war das früher? Im Prinzip ähnlich wie heute: Zuschüsse wurden gestrichen, manche Steuern erhöht oder ganz neue erfunden. Zu den erfundenen Steuern zählte ab dem 16. Jahrhundert in Europa auch die Spielkartensteuer. Speziell in Deutschland fielen je Kartendeck an
für weniger als 48 Karten:
- ab 1878: 30 Pfennige,
- ab 1919: 1 Mark,
- ab 1960: 30 Pfennige;
ab 48 Karten jeweils das Doppelte.
Von Anfang an (in Frankreich seit 1583) wurde dem Herz-Ass (in England dem Pik-Ass) als Beleg, dass die Steuer für dieses Kartenspiel entrichtet wurde, ein Stempel aufgedruckt. Erbracht hat diese Steuer in Deutschland ab 1970 kaum mehr, als der überwachende Beamtenapparat kostete („schlappe 8 Millionen D-Mark im Jahr“), sodass 1981 die Spielkartensteuer in Deutschland abgeschafft wurde. Den Steuerstempel finden Sie auch in unseren ausgestellten Spielkarten (suchen Sie ihn dort! Ob Sie ihn leicht finden? Später wurde oft die Herstellerfirma (hier: ASS) anstelle des Steuerstempels in den runden Kreis eingetrage:

"ASS" im Herz-Ass anstelle des Steuerstempels
Foto: eigene Karten
Ob wir mit einer Neuauflage der Spielkartensteuer das DSM vor der Auflösung bewahren können? Gute Ideen bitte an den OB der Stadt LE schicken!
Angebot: Kostenloser Kurs! Wer unser
Nationalspiel Gaigel am 24.6. ab 17 Uhr im Schaudepot erlernen will, möge sich anmelden oder einfach hinzukommen.
Nächste Öffnung des Schaudepots in der Schönbuchstraße 32 ist am 17.6. von 14 bis 17 Uhr. Dort erleben Sie zugleich
unsere neue Karten-Ausstellung „Im Takt der Blätter – das Phänomen Spielkarte und die Musik“.
Kontakte: Tel. 0711 7560120,
www.foerderverein-spielkartenmuseum.de und spielkartenmuseum@le-mail.de
(V.Claus)