Am 06. 02. 2026 im Amtsblatt von LE
„Mensch ärgere dich nicht“ ohne Glück?
Man unterscheidet
Glücksspiele, deren Verlauf überwiegend vom Zufall abhängt, reine
Denkspiele, die ohne Zufall auskommen, und
gemischte Spiele, bei denen neben dem Zufall auch strategische und logische Überlegungen gefragt sind. Spiele können vollständige oder unvollständige Information besitzen: vollständige Information = allen Spielern sind jederzeit alle erfolgten Züge und die Gesamtsituation bekannt; unvollständig = den Spielern bleiben wesentliche Informationen verborgen (z.B. bei den meisten Kartenspielen).
„Mensch ärgere dich nicht“ ist überwiegend ein Glücksspiel mit vollständiger Information: Alle kennen stets die Gesamtsituation, aber vor jedem Zug wird gewürfelt. Schach und Go zählen zu den vollständigen Denkspielen. Beim Glücks- oder Mischspiel haben auch krasse Außenseiter eine gute Gewinn-Chance. Wie wäre es, wenn manche auf viel Glück basierende Spiele mit wachsendem Alter in Denkspiele überführt werden könnten?
Beispiel: „Mensch ärgere dich nicht“. Statt in jedem Zug neu zu würfeln, statten wir anfangs jeden Spieler mit vielen Chips aus, wobei eine eigene Figur um genau x Schritte weiterziehen darf, wenn zuvor genau x Chips abgegeben wurden (das Einsetzen ins Spiel kostet z.B. 7 Chips). Ende, sobald alle Chips verbraucht wurden. So würde das Glücksspiel für ältere Kinder zu einem Denkspiel, ohne dass das Spiel wesentlich geändert werden muss.

Mensch-ärger-dich-nicht Brett
Foto: sehr altes Brett, eigenes Foto
Im Bild ist ein mehr als 100 Jahre altes Brett mit vielen neuen Chips abgebildet; jede(r) Mitspieler(in) erhält anfangs eigene Chips oder alle nehmen vor jedem Zug bis zu 7 Chips aus einem großen Haufen und bestimmen dadurch selbst die Schrittlänge im nächsten Zug. Die Würfel werden nicht benötigt. Allerdings: Eine gute Idee ist dieser Vorschlag nicht - warum? Was wäre eine bessere Idee?
Es gibt viele Möglichkeiten,
Glücksspiele in Denkspiele umzuwandeln. Bei Spielkarten funktioniert diese Idee, sofern es eine für alle sichtbare Gesamtsituation gibt. MATT, ein Spiel mit 20 Karten, könnte man so einstufen. Das kennen Sie nicht? Kein Problem, wir stellen es bald im Amtsblatt vor.
Besuchen Sie das Spielkartenmuseum in der Schönbuchstraße 32 und bringen Sie Verwandte und Freunde mit! Es ist
jede Woche mittwochs und
jeden ersten Sonntag im Monat von 14 bis 17 Uhr geöffnet.
Tel. 0711 7560 120