Am 30. 04. 2026 im Amtsblatt von LE
Schummeln / Lügen
Kartenspieler(innen) stehen seit gut 600 Jahren ständig im Verdacht, beim Spielen zu schummeln und zu lügen. In Wild-West-Filmen findet man das ganz normal, einschließlich der sofort folgenden Schießerei.
Das mögliche Betrügen wurde zum Würfelspiel „Lügen“ (oder „Mäxchen“ oder ...), einem Würfelspiel für mindestens 2 Personen: Jemand würfelt verdeckt mit einem Würfelbecher, sagt eine Zahl und behauptet, dies sei die Summe der Augen und gibt den Würfelbecher verdeckt weiter. Wenn der/die Nächste dies nicht glaubt, wird nachgeschaut und wer recht hatte, hat gewonnen; wenn aber er/sie die Aussage glaubt, würfelt er/sie verdeckt, nennt dann eine höhere (!) Zahl, behauptet, dies sei die neue Summe der Würfel, und gibt den Würfelbecher weiter usw. Nach spätestens zehn Weitergaben endet dies und alles beginnt von vorn. Wer am häufigsten gewonnen hat, ist Gesamtsieger(in).
Genauso lässt sich das „Lügen“ mit Karten spielen. Je nachdem, wie die Spielkarten angeordnet sind und dadurch einen Zahlenwert erhalten haben, werden zwei Karten aus einem Kartendeck gezogen und ihre Summe behauptet; der/die Nächste glaubt dies und zieht ebenfalls zwei Karten und es geht weiter; oder sie/er bezweifelt dies, schaut die Karten des Vorgängers an und hat gewonnen oder verloren. Dieses „Lügen“-Spiel besitzt entfernte Ähnlichkeit mit Pokern und ist gut geeignet, um die Person zu ermitteln, die die nächste Runde Bier bezahlen muss.

12 gesagt und angezweifelt
Foto: privat
Im Spielkartenmuseum DSM wird aber nicht geschummelt. Dort regiert die „Kultur“. Über Kultur und die Zukunft des Spielkartenmuseums werden die Mitglieder des Fördervereins im Schaudepot in der Schönbuchstraße 32 am Sonntag, dem 3. Mai diskutieren; Impulsvortrag ab 14:30 Uhr.
Erinnerung: Das DSM zeigt seine neue Ausstellung: „Im Takt der Blätter - das Phänomen Spielkarte und die Musik“, Eröffnung am 10. Mai ab 14 Uhr im Schaudepot. Termin unbedingt vormerken!
Tel. 0711 7560 120
www.foerderverein-spielkartenmuseum.de, spielkartenmuseum@le-mail.de
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