Am 11. 09. 2026 im Amtsblatt von LE
Kartenhäuser
Ein Kartenhaus ist ein Gebilde aus Teilen, die sich wechselseitig stützen, aber bei Erschütterungen in sich zusammenfallen. So etwas gibt es überall, vor allem im Bauwesen, in Kinderzimmern, bei (undurchdachten) Planungen, bei der Börse, bei Zeugenaussagen und ganz aktuell in der Politik. Großen Spaß bereitet immer das Original, also ein aus aneinandergelehnten Spielkarten zusammengesetztes luftiges Gebilde, das schon bei leichtem Wind in sich zusammenstürzt. Hierbei stützen sich Karten in mehreren Etagen, wobei für ein pyramidenförmiges Kartenhaus mit k Etagen genau (3·k·k + k)/2 Spielkarten benötigt werden, für 5 Etagen somit (3·5·5 + 5)/2 = 40 Karten.
Unbenutzte Karten oder Plastikkarten sind hierfür meist ungeeignet, ein bisschen Rauheit oder Fingerfett ist bei Pyramiden erforderlich. Professionelle Kartenhaus-Erbauer bevorzugen rechteckig sich stützende Konstruktionen. Das bisherige Weltrekord-Kartenhaus von Bryan Berg besitzt 131 Stockwerke, siehe
www.cardstacker.com
Feuer und Kriege brachten oft Türme zum Einsturz. Daher findet sich dieses Ereignis bereits seit mehr als 500 Jahren auf der Tarockkarte XVI und später auf den Tarot-Karten fürs Wahrsagen, wo es für Hinfälligkeit, Plötzlichkeit, Hochmut und Selbstüberschätzung steht.

Kartenhäuser mit 1, 2 und 4 Etagen sowie Tarockkarte 16.
Foto: DSM-Ausstellung
Diese und viele andere kunsthistorische Spielkarten (z. B. mit
Bezug zur Musik!) können Sie
jeden Mittwoch von 14 bis 17 Uhr im Schaudepot des Museums besichtigen. Weitere Gästeführungen zu anderen Zeiten sind möglich. Zusätzlich ist das Museum in jedem Monat am ersten Sonntag geöffnet, das nächste Mal
am 4.10.2026 ab 14 Uhr. Kontakte:
www.foerderverein-spielkartenmuseum.de und
und Tel. 0711 7560120.
Bei Wikipedia de.wikipedia.org/wiki/Kartenhaus_(Geschicklichkeitsspiel) finden Sie, wie Sie mit dem Kartenhausbauen Wettkämpfe ausrichten können.
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