Am 19. 06. 2026 im Amtsblatt von LE


Teilen beim Abbruch

Stellen Sie sich vor, Sie spielen Gaigel zu zweit im Finale eines Turniers. Es geht um 20.000 Euro. Dies erhält, wer zuerst 6 Spiele gewinnt. Es steht 5 zu 3 für Sie, als das Turnier schlagartig beendet werden muss, weil ... ( egal - denken Sie sich bitte selbst einen Grund aus, z.B. weil Deutschland soeben gegen die Elfenbeinküste in der WM verliert). Die Gewinnsumme soll trotzdem sofort an die beiden Finalist(inn)en verteilt werden, und zwar „möglichst gerecht“. Welchen Betrag sollten Sie als Führende(r) erhalten? Dies war eine Frage aus dem Jahre 1494, mit der sich der Mathematiker Luca Pacioli (1445–1517) in Venedig befasste (er perfektionierte die „doppelte Buchführung“ und schrieb mathematische Bücher; u.a. arbeitete er längere Zeit mit seinem Freund Leonardo da Vinci (1452 - 1519) zusammen; er befasste sich am Rande auch mit Spielkarten). Pacioli empfahl, dem Führenden 5/8 = 12.500 Euro und dem Zurückliegenden 3/8 der Gesamtsumme zu geben. Dies galt aber schon bald als „ungerecht“: Weil der Führende nur noch 1 Spiel gewinnen musste, der andere aber 3, so müsse man den Siegerpreis 15.000 zu 5.000 aufteilen. Wie würden Sie entscheiden?

Es steht 5 zu 3.

Foto: eigenes Bild

Zurück zum DSM und dem aktuellen Angebot: Kostenloser Gaigel-Kurs am 24.6. ab 17 Uhr im Schaudepot; bitte anmelden oder einfach hinzukommen! Das Schaudepot in der Schönbuchstraße 32 ist am 24.6. zuvor ab 14 Uhr geöffnet mit unserer neuen Ausstellung „Im Takt der Blätter“. Kontakte: Tel. 0711 7560 120

www.foerderverein-spielkartenmuseum.de, spielkartenmuseum@le-mail.de  

P.S.: Heute gilt als „gerecht“, dass der Führende 7/8 = 87,5%, also 17.500 Euro bekommt (es werden die Wahrscheinlichkeiten aller Fortsetzungsmöglichkeiten herangezogen!); wird seine größere Spielstärke mitberücksichtigt, dann sind es sogar mehr als 95% (ziemlich kompliziert, siehe „Teilungsproblem“ bei Wikipedia). (V. Claus)