Am 13. 11. 2026 im Amtsblatt von LE
Rollmöpse
Auf dem Wiener Kongress wurden Kartenspiele intensiv gespielt, vor allem Whist (der Vorgänger von Bridge) und L'Hombre (der Vorgänger von Skat). Als Geburtsjahr des Skat gilt das Jahr 1813, als einige aktive Kartenspieler in Altenburg (Thüringen) das Reizen von L'Hombre verfeinerten und aus dem reinen Zählen von gewonnenen Stichen ein „Preissystem“ entwickelten: Die Summe der Kartenwerte bestimmte ab dann den Sieg.
Spielen Sie Skat? Dann kennen Sie Rollmöpse! [10 Karten eines Skatblatts heißen „Rollmops“, wenn sie genau aus 2 Buben und je 2 Karten von jeder der vier Farben Kreuz, Pik, Herz und Karo bestehen. Der Name erinnert an die zusammengewürfelten Bestandteile eines kulinarischen Rollmopses.] Mit einem Rollmops wird ungern gereizt; denn auch nach dem Austausch mit dem Skat bleibt das Spiel riskant. Rollmopsbeispiel:

Foto: gemeinnützige Spielkarten
Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass mindestens einer der drei Spieler einen Rollmops bekommt? Ich habe eine Künstliche Intelligenz im Internet befragt. Hier ihre Antwort: 5,225 %, also durchschnittlich bei jedem 19. Spiel. Und wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass genau ich diesen Rollmops bekomme? Das müsste rund 1/3 von 5,225 %, also 1,747 % sein, also ungefähr jedes 57. Mal? Stimmt das? (Nein, es ist etwas häufiger, aber warum?) Entspricht das Ihren Erfahrungen? Und wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass zwei Spieler gleichzeitig einen Rollmops haben - oder geht das gar nicht?
Drei deutsche regionale Skatblätter (Württemberg, Preußen, Bayern) können Sie im Schaudepot des Deutschen Spielkartenmuseums in der Schönbuchstraße 32 entdecken. Zugleich können Sie
die aktuelle Ausstellung über Musik und Spielkarten bewundern. Das Schaudepot ist
jeden Mittwoch von 14 bis 17 Uhr sowie am Nikolaustag 6.6.2026 geöffnet, zumindest noch bis Weihnachten.
www.foerderverein-spielkartenmuseum.de, spielkartenmuseum@le-mail.de und Tel. 0711 7560 120.
(V. Claus)
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